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Mit einem Bot und Fotolia Geld verdienen

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Beispiel einer vom Bot erstellten Handyhülle mit StrapOn. Quelle: OnlineMarketingRockstars

Wie OnlineMarketingRockstars berichtet, hat der deutsche Software-Hersteller ToasterNet mit einem Nebenprojekt auf Amazon für Furore gesorgt. Mittels eines Bots wurden Designs von Handyhüllen erstellt. Die Fotos kamen vom Stockfotodienst Fotolia. Die Beschreibungen der Bilder soll ein Bot in Amazon-Suchbegriffe umgewandelt haben und so automatisiertes Suchmaschinenmarketing (SEA) betrieben haben. Insgesamt sollen dabei 30.000 Artikel (verschiedene Motive für verschiedene Handytypen) erstellt worden sein.

Beispiel einer vom Bot erstellten Handyhülle. Quelle: OnlineMarketingRockstars

Beispiel einer vom Bot erstellten Handyhülle. Quelle: OnlineMarketingRockstars

Auch etwas untypische Motive wie ein Strap-On oder ein Fußzehen, welche von Fußpilz befallen wurden, waren im Shop erhältlich. Ob der Bot nun aus dem Ruder lief oder Geschäftssinn bewies, bleibt noch zu klären.




Allerdings zeigt dieses Geschäftsmodell wiederum den aktuellen Trend, mit Arbitrage-Modellen Geld zu verdienen. Produkte werden über Ali Baba günstig eingekauft, mit einem eigenen Label oder Motiven versehen und dann auf Amazon teurer weiter verkauft.

Wird Dynamic Pricing das Online Business revolutionieren?

Die ersten Algorithmen, die sich mit dynamischen Preisen befassten, waren noch sehr rudimentär. Durch die Medien ging 2011 ein fataler Fehler beziehungsweise ein potentieller Lucky Shot. Zwei Drittanbieter haben auf Amazon das gleiche Buch angeboten. Der simple Algorithmus konnte damals noch überlistet werden und das Buch kostete 23 Mio. US-Dollar.

Mehr Abschlüsse durch Kompensation

money-coins-stack-wealth-50545Sowas darf natürlich nicht passieren – aber es passierte – warum? Die ersten Algorithmen zu diesem Thema widmeten sich vor allem der Konkurrenz. Wie viel Geld wird verlangt, wie lange gilt das Angebot, gibt es Rabatte oder Aktionen? Nach dem man sich von dieser Denkweise gelöst hat, wendete man sich dem Käufer zu. Dynamische Preise wurden für verschiedene Segmente, meist basierend auf soziografischen Eigenschaften, ausgespielt. Falls man von diesen Algorithmen profitiert, hat man sicherlich nichts dagegen etwas zu sparen. Findet man sich aber auf der anderen Seite wieder und muss mehr bezahlen, findet man das ganze sicherlich nicht so spaßig. Denn dort, wo man Low-Segment-Käufer gewinnt (niedrigere Gewinne macht), muss man mehr aus den High-Segment-Käufern herausholen (um niedrigere Gewinne zu kompensieren).

The Bigger Picture

 

 

pexels-photo-236093Zusammen mit der Entwicklung des persönlichen Home-Assistenten kann das ein spannendes Szenario werden. Wenn der Algorithmus lernt, dass einige Käufer wenig Zeit mit Preisvergleichen verbringen und lieber Produkte über den Home-Assistenten bestellen, wird er zum Pokerspieler. Er spekuliert auf ein bestimmtes Verhalten und macht einen guten Deal. Das Bestellen von Lebensmitteln wird dadurch auch zu einem Pokerspiel, wenn in der Zukunft automatisch bestimmte Produkte nachgekauft werden sollen.




Interessant?

Du fandest das spannend? Hier gibt es eine absolute Empfehlung zu einem Radio-Interview (englisch) mit Sven Brodmerkel (Professor, Bond University), Max Daniel (Executive Director, FRI Berlin) und Steve Wise (President,  Nonhuman Rights Project) mit dem Titel: Dynamic pricing – and should AI be granted “legal personhood”. Außerdem wird es demnächst  im Science Radar auch Updates zum Thema Dynamic Pricing geben.

Amazon Go – Der disruptive Supermarkt der Zukunft

Viele Visionäre hatten sowas erst in 4 bis 5 Jahren auf dem Zettel. Nun kann der automatisierte Supermarkt schon viel schneller Realität und konkurrenzfähig werden, als von vielen gewollt. Amazon stellte heut Amazon Go vor. Es ist der erste Supermarkt, der komplett ohne Personal im Front Office auskommt. Aber wie funktionierts? Laut Amazon werden dabei lang erprobte Deep Learning Modelle für die Verhaltensanalyse verwendet.

Nach dem Einchecken per Smartphone, kann sich der Kunde jedes Produkt aus dem Regal nehmen, was ihm gefällt. Schlaue Computer Vision Algorithmen verstehen die Aktionen der User und buchen die Artikel problemlos auf das Amazon-Konto des Users.

In Seattle soll der erste Markt im Frühling 2017 an den Start gehen. Wir sind gespannt und beobachten den Fortschritt von Amazon Go!